Der RAM Award – Beste technische Neuerung für den Gartenbau
Gewinner: MSD GmbH, Durbach
Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel im Gartenbau stößt seit vielen Jahren zunehmend auf Grenzen. Die Erkenntnisse der modernen Forschung zeigen, dass viele Mittel zur Bekämpfung von Unkräutern und bodenbürtigen Krankheitserregern sowie Schädlingen negative Auswirkungen auf die Natur und die Gesundheit von Menschen haben können. Problematisch sind außerdem Resistenzen, die ebenfalls entstehen können. Die Dämpftechnik bietet hier eine umweltverträgliche Alternative.
MSD hat nun einen Dämpfautomaten entwickelt, der ohne Personal vollautomatisch Freilandflächen von Unkräutern, bodenbürtigen Krankheitserregern und Schädlingen befreit. Der neue mobile MSD-Dämpfautomat kann wirtschaftlich auf größeren Flächen eingesetzt werden und eignet sich deshalb für Maschinenringe oder Produzentenzusammenschlüsse.Die Dämpfmaschine wird mit einem Traktor über die Straße zum Feld gezogen. Der Bediener führt die Maschine mit eigenem Antrieb in die Schlepperspur für den ersten Dämpfvorgang und gibt der Speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) Beetlänge und Dämpfzeit vor. Zum Dämpfstart senken sich die Hauben auf das Erdreich. Das Dampfventil öffnet sich und der Boden wird entsprechend der eingestellten Zeit gedämpft. Nach dem Ende der Dämpfzeit werden die Hauben angehoben, und der Fahrantrieb versetzt die Maschine um Dämpfhaubenlänge. Die Messstrecke wird über ein Messrad direkt und schlupflos an die SPS übergeben. Beim Vorfahren der Maschine wird der Ölbrenner des Dampfkessels auf Kleinlast zurückgefahren, um ein Abstellen des Ölbrenners zu vermeiden. Die durch die vorausgegangene Bodenbearbeitung vorhandene Schlepperspur wird durch zwei Spurpiloten nachgefahren. Dabei wird die Fahrbewegung durch zwei Sicherheitsschalter überwacht. Rammböcke am Ende der Beetspur stoppen den Dämpfautomatismus. Um die Maschine in die nächste Spur zu versetzen, wird sie vom Fahrerstand über einen Joystick gewendet.
Belohnen möchte die Jury den ausgesprochen praktikablen Ansatz zur Verbesserung der Pflanzenhygiene und lobt den ökologischen Aspekt.
Die Finalisten
Bock Bio Science, Bremen
- entwickelte ein biotechnisches Vermehrungsverfahren von Helleborus-Klonen. Damit ist es möglich, verschiedene Helleborus-Arten in Millionen Stückzahlen zu vermehren und beispielsweise Hellborus niger uniform zur Blüte zu bringen. Bisher blühten von den Sämlingen nur 20 Prozent zu Weihnachten.
Geohumus International, Frankfurt am Main
- entwickelte das Wasserspeichermaterial Geohumus. Das neue Hybridmaterial besteht aus Gesteinsmehlen und aus superabsorbierendem, organischem Polymer. Das Einzigartige: Die beiden Komponenten sind chemisch fest verbunden und nicht nur physikalisch gemischt
Küppers GmbH, Wachtendonk
- Das professionelle Reinigen von Anzuchtplatten, Töpfen, Trays und Bändchengewebe erfolgt in drei 20-Fuß-Überseecontainern und über eine ausgeklügelte Dämpftechnik. Gedämpft wird mit Regenwasser ohne jegliche Zusätze. 48 CC-Karren können so auf einen Schlag hygienisiert werden.
RheinMaasFlora, Kevelaer
- Der Freiland-Callunenanbau im geschlossenen System mit Wasserrecycling setzt auf 15 Hektar das aktuelle Wissen über geschlossene Bewässerungssysteme um. Innovativ ist neben der Größe der Anlage die Verknüpfung von produktionstechnischen, phytosanitären und umweltschonenden Aspekten.

